50 Jahre Weidenberger Musikanten
Es war der harte Kern aus Wolfgang, Georg und Heinz Bauer, die in der Nachkriegszeit das Erbe der Blaskapelle Weidenberg antraten. Die bestand schon in den 20er Jahren und spielte in Weidenberg und Umgebung zu Kirchweihen und anderen Anlässen unter der Leitung von Hans Bauer auf. Auftritte gab es in Mengersreuth, Döberschütz, Fischbach, Waizenreuth, Kirchenpingarten und Lessau. Drei bis vier Tage waren die Musiker im Einsatz und hatten ihr Auskommen.
Während des Krieges zerbrach die Kapelle. Einige Musiker mussten an die Front, andere fanden einen Platz bei der Militärmusik.
In der Nachkriegszeit entstand die Kapelle Bauer – wahrlich ein Familienunternehmen mit regelmäßigen Auftritten im Weidenberger Vogel-Saal, dem Dress-Saal und dem späteren Postsaal.
Bereits in den 30er Jahren und vor allem nach dem zweiten Weltkrieg spielte die Kapelle Bauer auf. Aber auch unter den Heimatvertriebenen, die nach Weidenberg kamen, waren damals gute Musiker, so beispielsweise Leo Eisold, der mit seinem Salonorchester, der freier Mitarbeiter beim Bayerischen Rundfunk war.

Unter der Leitung des Musikpädagogen Ivo Bräutigam wurde im Gasthaus Schöffel musiziert. Neben Wiener Schrammelklängen war auch gehobene Musik zu hören.
In dieser Zeit trat dann auch eine Blasmusik, die weitgehend aus Mitgliedern der Musikerfamilie Bauer bestand, erstmals unter dem Namen Weidenberger Musikanten auf.
Willi Rieß, der Musik studierte, gründete in den 50er Jahren eine Salonmusik. Bis weit in die 60er Jahre hinein war die Willi-Rieß-Combo führend im Steinachtal.
Die Vollblutmusiker beherrschten Glenn Miller und zeitgenössische Tanzmusik gleichermaßen.
Live-Musik war in den Jahren sehr gefragt und so ging aus der Kapelle Bauer sogar ein Streichorchester hervor. Zur Musikerfamilie Bauer gesellten sich Gerhard Frey, der Sohn vom Kantor Otto Frey und Karl Heckel. Die Instrumente waren gerade so erschwinglich, meistens wurden sie aber vererbt. Was kaputt ging, mussten die Musiker selbst reparieren. Gespielt wurde ohne Bühnentechnik, selbst die Sänger kamen ohne Mikrofone aus. „Das war schon eine Strapaze“, erinnert sich vor 14 Jahren der damals 81-jährige Heinz Bauer.
Doch reich wurde dabei niemand. 15 Mark gab es am Abend pro Mann und in der Regel wurde in Naturalien gezahlt: Essen und Trinken am Abend, Eier und körbeweise Küchla für daheim. Zum Vergleich: Eine Halbe Bier kostete 50 Pfennige, so Georg Will. Ende der 50er, Anfang der 60er hatte die Kapelle Bauer ihren Höhepunkt erreicht und legte eine „Sendepause“ ein, wie Georg Will sagt.

Die Auszeit sollte bis Anfang der 70er Jahre dauern. Doch dann hieß es unter den Musikern: „Wir müssen mal wieder“. Wolfgang, Georg, Heinz und Bernhard Bauer, Helmut Ruckdeschel, Georg und Karl Will unternahmen den Versuch eines Comebacks, der aber scheiterte, weil Georg Bauer starb.
Ein Jahr der Trauer verging. Dann der erneute Anlauf mit Georg Haug, Hans Schöffel, Heinz Bauer und Werner Schmidt, der dann auch gelang. „Du warst der maßgebliche Mann“, sagt Georg Will zu Heinz Bauer, der in den vergangenen Jahren der Ideengeber war und das Repertoire für die Kapelle arrangiert hatte. Dazu gehörten schon damals zeitgenössische Schlager, Polka, Rheinländer, Walzer und Dreher, sowie Polonaise und Quadrille zum Burschenball und dem Fest der Landsmannschaft.
1972 dann entschlossen sich sieben Musiker der früheren Kapelle Bauer, nach immerhin 15-jähriger Pause, wieder gemeinsam zu musizieren. Es war dies die Geburtsstunde der Weidenberger Musikanten von heute und die Wiederbelebung der fränkischen Volksmusik im Steinachgrund. Mit Hilfe des örtlichen Fichtelgebirgsvereins (FGV) und der Gemeinde Weidenberg war es bald möglich, Instrumente, Noten und sogar eine eigene Tracht anzuschaffen. 1974 wurden die Weidenberger Musikanten eine Abteilung der Ortsgruppe des FGV Weidenberg, allerdings lösten sich 1986 die Weidenberger Musikanten wieder von der FGV Ortsgruppe Weidenberg und wurden ein selbständiger, eingetragener Verein.
Im Mai 1973 fand das erste öffentliche Standkonzert statt. Rundfunkaufnahmen sorgten dafür, dass die Weidenberger Musikanten auch über die Region bekannt wurden. Es folgten Anfang der 80er Jahre Aufnahmen mit dem damaligen Sender Freies Berlin in Bad Berneck, beim Bayerischen Rundfunk in Nürnberg. Die Musikanten traten in der ganzen Region auf. So auch beim Bürgerfest in Bayreuth.
Wie jeder Verein, so hatten auch die Weidenberger Musikanten Höhen und Tiefen zu überwinden. Mitte der 80er Jahre machte sich ein Teil der Gruppe mit elektronischer Musik selbständig, es wurde stiller um den eigentlichen Klangkörper.
Doch seit 1989 sind die Weidenberger Musikanten wieder auf der Blechbläserbühne vertreten.
Im Januar 1996 übernahm dann Markus Springer mit 23 Jahren den Vereinsvorsitz von Hans Schöffel, dessen Name genau wie der von Heinz Bauer untrennbar mit den Weidenberger Musikanten verbunden ist und bleiben wird.
Hans Schöffel und Heinz Bauer waren bis dahin viele Jahre lang Motor und Organisatoren der Weidenberger Musikanten, die dazu führten, dass es zu vielen Auftritten in der ganzen Region kam.
1997 waren Kapellmeister Heinz Bauer und die Dirigenten Burkhard Eschenbacher und Klaus Weiß die musikalische Führungsmannschaft der damals rund 20 MusikerInnen und den damaligen Nachwuchsbläsern.
In einem Zeitungsbeitrag „Kultur Fürth“ mit der Überschrift „Ein mutiges Zeichen der Integration“ – bei der vier fränkische Musikgruppen und ein türkischer Familienchor beim Heimatabend zur Kirchweih in der Stadthalle Fürth begeisterten, war eine der Gruppen die Weidenberger Musikanten.
Folgendes wurde nach dem Auftritt in der Zeitung abgedruckt:
Neben den zarten Chormelismen der türken-Gruppe rief unter ihren Instrumenten vor allem die kleine, bauchige Trommel durch düpierende Verve und erstaunliches Klangspektrum Beifallstürme hervor. Wohltuend kehrte der Abend insgesamt Charme, Anmut und lächelnden Mutterwitz des Volkes mehr als sonst hervor. Die Lichtenauer Flötenmusik begeisterte nicht nur mit lockeren Trillerkaskaden, sondern auch mit auffallend süßen Stimmen in Refrains zu den gepflegten Lichtenauer Volkssängern.
Ohrenweide waren auch fünf singende Kronicher Madla. Die Feuchter Spiel- und Saitenmusiklieferte mit Zither, Hackbrett und anderem edlen Begleitklängen zur souverän ziselierenden Geige.
Einziger, fast schon zu karger Knall-Effekt des Abends waren die elf Weidenberger Musikanten, die außer munterer Blasmusik fränkische Kärwa-Rufe lachend ins Publikum röhrten.
(Quelle: Kultur Fürth)
Zum 25ten der Weidenberger Musikanten
Im Jahr 1997 feierten die Weidenberger Musikanten ihr 25jähriges Bestehen und richteten das Volks- und Wiesenfest vom 18ten bis 21ten Juli 1997 aus.
Für dieses Jubiläum hatten sich die Weidenberger Musikanten sehr viel vorgenommen, denn die Ausrichtung des damals großen Volks- und Wiesenfestes in Weidenberg war für eine so kleine Mannschaft ein gewaltiger Kraftakt.
Los ging es mit dem Bieranstich am Freitag, den 18ten Juli 1997 um 19:30 Uhr durch den damaligen Bürgermeister Wolfgang Fünfstück. Anschließend spielte die Gruppe Fortress zum Tanz im Festzelt auf, in dem wie es hieß, eine Riesenbar geöffnet war.
Am Samstag, den 19ten Juli luden dann Norbert Lodes und seine Hohenmirsberger Juramusikanten ab 20:00 Uhr zu einem Stimmungs- und Unterhaltungsabend ein.
Ein Höhepunkt war am Sonntag, den 20ten Juli 1997 dann der Festzug, der sich ab 13:00 Uhr am Bahnhof formierte und an dem rund 30 Ortsvereine teilnahmen. Für den notwendigen Gleichschritt sorgten neben den Weidenberger Musikanten auch die Ahornthaler Blasmusik und der Spielmannszug Waldershof.
Die Ahornthaler Blasmusik spielte anschließend von 14:00 Uhr bis 18:00 Uhr im Zelt auf.
Ab 20:00 Uhr war dann die Kapelle Members an der Reihe. Neben Tanz und Unterhaltung fand zudem eine absolute Premiere an dem seitens der Weidenberger Musikanten abgehaltenen Volks- und Wiesenfest statt – die erste Mißwahl in Weidenberg, die Wahl zur Miß Wiesenfest. Der Erfolg war so groß, dass im Nordbayerischen Kurier am 22.07.1997 eine halbe Seite Bericht allein für die Mißwahl erschien.
Ganz im Zeichen des Wiesenfestes stand dann der Montag, 21te Juli 1997. Um 14:00 Uhr fand der traditionelle Schüler- und Kinderfestumzug mit den Weidenberger Musikanten statt, der vom Bahnhof über Unter- und Obermarkt zur Festwiese in der Au führte. Hier fand dann das zweite Wiesenfestspektakel statt. Es handelte sich um eine Neuauflage eines bunten Spieleparcours, der von den Lehrkräften der Volksschule Weidenberg bereits 1996 ins Leben gerufen wurde und sehr viel Begeisterung fand.
Mit einer abendlichen Megaparty mit der Gruppe Lollipop ging das Wiesenfest der Weidenberger Musikanten dann zu Ende.
(Quelle: Nordbayerischer Kurier)
Zum 40ten der Weidenberger Musikanten
Der 40te Geburtstag der Weidenberger Musikanten wurde am 17ten November 2012 in der Aula der Verbandsschule Weidenberg gefeiert. Rund 200 Besucher sowie zahlreiche Musik- und Tanzgruppen feierten mit den Weidenberger Musikanten deren 40ten Geburtstag. Neben den Waischenfelder Burgmadla, den Mehlmeiser Dorfmusikanten und der Gruppe Dadaraa aus der Fränkischen Schweiz traten auch eine Tanzgruppe des Fichtelgebirgsvereins Weidenberg und der Bayreuther Mundartdichter Reinhold Heiner Hartmann auf. Die Gruppen spielten bekannte fränkische Volkslieder – darunter typische Kerwamusik – und eigene Werke, aber auch böhmische Lieder. Zum Abschluss traten alle Akteure gemeinsam auf und sangen zusammenmit den Besuchern das bekannte Volkslied „A Rehragout“.
40 Jahre sind sie alt. 1972 gründete ein Kreis aus Musikbegeisterten den Verein Weidenberger Musikanten.
Noch aktive Gründungsmitglieder sind unter anderen Heinz Bauer als Ehrenkapellmeister und Hans Schöffel als Ehrenvorsitzender sowie Werner Schmidt. 1996 zeichnete die Hanns-Seidel-Stiftung die Weidenberger für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der Volksmusik aus. 1999 verlieh der Landkreis Bayreuth den Förderpreis für das Engagement auf dem Gebiet der fränkischen Volksmusik an die Weidenberger.
Gegenwärtig gehören bei voller Besetzung 28 Musiker im Alter von 14 bis 80 Jahre zum Ensemble. Neben diversen Auftritten bei Zeltfesten im Landkreis, spielen die Musikanten beim traditionellen Kirchweihfrühschoppen und zum Maibaumaufstellen in Weidenberg und bei Kurkonzerten im Fichtelgebirge.
Zusammen mit dem Partnerschaftsverein waren die Musikanten in den Partnergemeinden von Weidenberg in Plouhinec/Bretagne, Unsere Liebe Frau im Walde/Südtirol und in Smrzovka/Tschechische Republik. Zum Bierfest in Plouhinec ist der Auftritt der Weidenberger Musikanten schon fast zur Tradition geworden und fast jedes Jahr fährt ein Teil der Musiker Ende Oktober in die Partnergemeinde.
Der Höhepunkt im Jahresprogramm ist das Frühjahrskonzert. Dann wird alles, was mit einer Blasmusik spielbar ist, für das Publikum dargeboten. Das Spektrum reicht von Musicalmelodien über Moderne Arrangements bis zu Rock und Klassik. Natürlich darf auch die fränkische Volksmusik nicht fehlen, wobei der Ehrenkapellmeister Heinz Bauer immer wieder das eine oder andere Stück mit deftigen Texten geschrieben hat. Jedes Jahr ein anderes Motto.
Das Konzert steht jedes Jahr unter einem Motto, wofür natürlich die Bühne entsprechend dekoriert wird. Die Weidenberger Musikanten bilden auch Nachwuchs aus. Dazu gibt es qualifizierte Ausbilder für Blech- und Holzblasinstrumente.
(Quelle: Nordbayerischer Kurier)
Die Weidenberger Musikanten vertraten im Rahmen der Grünen Woche Berlin zum Oberfrankentag musikalisch den Bezirk Oberfranken
Ein unvergesslicher Großauftritt war der musikalische Auftritt auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin am 18ten Januar 2020. Mit Blasmusik und kulinarischen Spezialitäten macht Oberfranken jedes Jahr am Oberfrankentag auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin auf die Region aufmerksam. Die Weidenberger Musikanten wurden zum Besuchermagneten in der Bayernhalle, auf der weltgrößten Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau und zeigten den internationalen Besucherinnen und Besuchern, wie viel Spaß oberfränkische Blasmusik macht!
Vorab spielten die Weidenberger Musikanten am Freitagabend im Brauhaus Spandau auf und begeisterten dort die BiergartenbesucherInnen mit ihrem musikalischen Potpourri.
Am Samstagabend und am Sonntag wurde dann die Hauptstadt Berlin erkundet.



Landtagsfahrt nach München am 11.06.2018



Probe in Zeiten der Pamdemie

Auftritt in der Südtiroler Partnergemeinde

Auftritt in der bretonischen Partnergemeinde

Zum 50ten der Weidenberger Musikanten
Anlässlich ihres 50ten Geburtstags gaben die Weidenberger Musikanten zwei unterschiedliche Konzerte.
Das erste fand in der evangelischen Kirche St. Michael, in Weidenberg statt.
Dabei wurden die 22 Musikantinnen und Musikanten von Norbert Schönauer als Sänger unterstützt.
Dirigent Klaus Weiß verstand es hervorragend, mit seinen Musikerinnen und Musikern mittels weltlicher und kirchlicher Lieder wie unter anderem „Song of Adoration“, „My Dream“ und „I will follow him“ das Publikum zu verzaubern.
Unter die Haut gingen vor allem die Lieder die seitens Norbert Schönauer gesanglich begleitet wurden – „Nessaja“, „Bergwerk“ und „Halleluhja“ – dies bekundete auch Landrat Wiedemann in seiner Dankesrede anlässlich des runden Geburtstags der Weidenberger Musikanten.
Vor Ende des Kirchenkonzerts überreichte Jürgen Neubauer vom Nordbayerischen Musikbund noch eine Ehrenurkunde anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Musikanten und gratulierte herzlichst zu diesem Jubiläum.
Wahrlich fulminant endete das Konzert mit dem Stück „Highland Cathedral“, in dem die Weidenberger Musikanten noch einmal all ihr Können und musikalischen Fertigkeiten zeigten.
Mit diesem Kirchenkonzert möchten wir unsere Dankbarkeit zum Ausdruck bringen, dass es uns seit nunmehr 50 Jahren möglich ist, in sorgloser und friedlicher Umgebung unserer Leidenschaft, der Musik, nachgehen zu können – daher haben wir uns entschieden zu unserem Jubiläum dieses Jahr zum Dank ein Kirchenkonzert abzuhalten und am Ende des Konzerts mit einer Spende zugunsten der Kriegskindernothilfe Warmensteinach das Gründerehepaar Steuer in einer guten Sache zu unterstützen“, so Vorstand Tassilo Heimberg in seiner Ansprache.
Das zweite Konzert zum 50ten Jubiläum war das Frühlingskonzert am 6ten Mai 2023 in der Mehrzweckhalle Seybothenreuth mit rund 300 Besuchern.

Hier liegt Musik in der Luft
Die kargen Gänge sind lang. Wegweiser gibt es nicht. Die Weidenberger Musikanten findet man im Untergeschoss der Seybothenreuther Mehrzweckhalle trotzdem. Immer dem Klang der Instrumente nach. Hinein in eine Welt, in der Menschen mit voller Hingabe üben, um später ihre Freude an der Musik bei Auftritten weiterzugeben.
Weidenberg/Seybothenreuth – von Andreas Schmitt
„Dadaradab, dadaradab“, ruft er durch den Raum. Der Arm von Klaus Weiß fängt dabei an zu schleudern. Der Mann springt und windet sich. Er summt und singt.
Aufmerksam beobachtet von den anderen Musikern. Sie verwandeln seine Aktionen in Musik.
„Das Dadaradab muss als Antwort kommen“, ruft Dirigent Klaus Weiß. „Das ist ein cooles Stück, das soll auch cool und locker rüberkommen“, sagt Weiß. Der Titel ist irgendwie passend: „You`re the one that i want“ („Du bist die, die ich will.“). Eigentlich eine Hommage an eine geliebte Person. Bei der Inbrunst und Konzentration, mit der die Amateurmusiker im Seybothenreuther Keller zu Werke gehen, geht das Lied aber auch als Liebeserklärung an ihre Leidenschaft durch, die die Weidenberger Musikanten seit nun schon über 50 Jahren pflegen: die Musik.
„Man sieht ihnen an, dass es ihnen Spaß macht“, sagt Klaus Weiß in einer kurzen Pause. Seit über 20 Jahren ist er schon für die musikalische Leitung zuständig. Aktuell hat die Musikgruppe bei voller Besetzung 33 Aktiven. Der dahinterstehende Verein hat rund 150 Mitglieder. Die Altersspanne des Ensembles ist riesig – von 14 bis 80 Jahren. „Das Schöne ist die Mischung aus Jung und Alt“, sagt einer, der schon ewig dabei ist. 1977 kam der Untersteinacher Burkhard Eschenbacher (75) zu den Musikanten. Er spielt Saxophon und Klarinette und ist stellvertretender Dirigent. „Das ist Live-Musik, nicht konserviert“, betont Eschenbacher, der während der Proben noch Mängel erkannte. „Die Frasierungen zwischen Achteln und Vierteln waren nicht beieinander.“ Die Musik stoppte, es wurde gesprochen, neu angesetzt. Und das immer wieder.
Genau dafür proben sie. Um Sicherheit zu bekommen. Um sich zu verbessern. „Man hat die Automatismen noch nicht“, sagt Dirigent Klaus Weiß. „Aber ich bin zufrieden. Es waren zwei komplett neue Stücke.“ Schließlich wollen sie dem Publikum beim Frühlingskonzert, dem Höhepunkt im Jahreskalender (siehe Infokasten), etwas bieten.
„Am Anfang glaubt man oft nicht, dass es nichts wird“, sagt Tassilo Heimberg, Vorsitzender der Musikanten und zugleich an Trompete und Flügelhorn aktiv, über das Einführen von neuen Stücken ins ohnehin bereits extrem vielfältige Repertoire.
Nach vielen Proben inklusive eines Klausurwochenendes – das fand im St. Michaels-Werk in Grafenwöhr statt – soll das zum Auftritt anders sein. „Wir spielen alles, was es gibt und dazu auch immer böhmische Musik“, sagt Vorsitzender Heimberg. Vom Text darf es auch mal derb sein. Es geht um Herrenbesuche bei Damen oder Ausflüge mit bierseligen Katastrophen. „Bei einem Auftritt in Erlangen haben sie uns einmal die Heavy Metaller der fränkischen Volksmusik genannt.“ Die Musikanten spielen auf Feuerwehrfesten, beim Kirchweihfrühschoppen, bei Kurkonzerten oder vielen anderen Veranstaltungen. Den Markt Weidenberg, dessen Wappen sie offiziell verwenden dürfen, repräsentieren die Musikanten auch bei Besuchen in Partnergemeinden. Ein Höhepunkt in der Historie war der Auftritt bei der Grünen Woche 2020 in Berlin, wo die Weidenberger Oberfranken vertraten.
„Beim Musizieren fallen die Unterschiede nach Alter, Bildung oder landsmannschaftlicher Bildung weg“, sagt Heimberg. Vor allem das generationenübergreifende Zusammenspielen zeichnet die Truppe aus. Zwölf- und 80-Jährige spielen nebeneinander Posaune. Armin Schößel (49) aus Heßlach, stellvertretender Vorsitzender des Vereins und seit über 30 Jahren in der Kapelle aktiv, hat das Musizieren gleich an seine beiden Töchter Carolin (15) und Annika (18) weitergegeben. Der Notengrundkurs der Weidenberger Musikanten hat die jungen Frauen einst dazu gebracht. „Wir waren eine schöne Gruppe im gleichen Alter“, erinnert sich Carolin. „Schön sind der Gemeinschaftssinn und die Ausflüge“, betont Annika. Die Schößels sind nicht das einzige Eltern-Kinder-Gespann der Gruppe. Alle vereint ein Vorhaben. „Das Ziel ist der Applaus“, sagt Annika.
Dass es damit klappt, muss das Üben weitergehen. Genug der Pause. Dirigent Klaus Weiß ruft. Er ist schon wieder in Aktion. „Das Stakkati-Becken fängt an.“ Nach wenigen Sekunden wieder Abbruch. Da hat etwas nicht gepasst. „Dadaradab.“ Weiß zählt von neu an. „Wir brauchen die Leichtigkeit.“ Dann erklingen wieder Instrumente zu seinen Bewegungen. Das Üben zeigt schon Wirkung. Diesmal spielen sie fast das ganze Stück durch.
Info 1: Historie des Vereins
Gegründet wurden die Weidenberger Musikanten 1972 durch Hans Schöffel (heute Ehrenvorsitzender) und den damaligen Dirigenten Heinz Bauer (heute Ehrenkapellmeister). Mit Werner Schmidt spielt ein Gründungsmitglied heute noch aktiv mit. Seit den 1980ern sind sie Mitglied im Nordbayerischen Musikbund und bei der Arbeitsgemeinschaft fränkische Volksmusik. 1999 verlieh der Landkreis Bayreuth den Musikanten, die die gesamte VG Weidenberg ansprechen möchten, den Förderpreis für das Engagement auf dem Gebiet der fränkischen Volksmusik. Unter Leitung des Jugendausbildungsbeauftragten Frank Sommerer sorgen qualifizierte Ausbilder an Blech- und Holzblasinstrumenten für die Förderung junger Talente. Die wöchentliche Probe ist mittwochs von 19.30 bis 21.30 Uhr im Untergeschoss der Mehrzweckhalle Seybothenreuth.
Info 2: Frühjahrskonzert zum Jubiläum
Ihr jährliches eigenes Frühjahrskonzert ist ein Höhepunkt für die Musikanten. Da es im Vorjahr wegen Corona ausfiel, ist das Konzert am kommenden Samstag, 6. Mai, auch ein nachträgliches Jubiläumskonzert zum 50. Geburtstag. Jedes Jahr gibt es für das Konzert ein anderes Motto. Diesmal heißt es „Great Britain meets Germany“. Dabei erklingen auf der Bühne der Mehrzweckhalle in Seybothenreuth neben bekannten englischen und deutschen Klassikern großer Komponisten auch zeitgenössische und moderne Arrangements. Es treten auch Nachwuchskünstler der Bläserklasse der Musikanten auf. Einlass ist bei freier Platzwahl ab 18.30, das Konzert startet um 19.30 Uhr. Tickets gibt es an der Abendkasse für zehn Euro, unter 16-Jährige zahlen fünf Euro, Kinder unter sechs Jahren sind frei. Im Anschluss lädt die After Concert Lounge zum Austausch mit den Musikern ein.
(Quelle: Nordbayerischer Kurier vom 04.05.2023 – Andreas Schmitt)






Weidenberger Musikanten e.V. (Markt Weidenberg)
Aktuell leitet Klaus Weiß die bis zu 30 Mann starke Kapelle. Die Mischung aus Jung und Alt spiegelt sich auch im Repertoire wieder, das von Pop, Swing und Unterhaltungsmusik im Bierzelt bis hin zur traditionellen fränkischen und böhmischen Blasmusik, aber auch Klassik und Moderne, reicht.
Die Weidenberger Musikanten treten heute in der ganzen Region auf und bestreiten bis zu 30 Auftritte im Jahr.
Das musikalische Highlight ist dabei das jährlich stattfindende Frühjahrskonzert, bei dem gezeigt wird, was eine Blaskapelle alles spielen kann.
Steckbrief
Name des Leiters
– Klaus Weiß, Dirigent
– Tassilo Heimberg, 1ter Vorstand
– Michael Müller, 2ter Vorstand
Regierungsbezirk – Landkreis
– Oberfranken
– Bayreuth
Anzahl der Aktiven
– 34 Musikantinnen und Musikanten
Art der Auftritte
– Frühjahrskonzert
– Kurkonzerte
– Volks- und Wiesenfeste
– Standkonzerte
– Jubiläen
– u.v.m.
Besonderheiten – Interessantes
– Kulturpreisträger Hans-Seidel Stiftung 1996
– Kulturpreisträger des Landkreises Bayreuth 1999
– Mitglied im Nordbayerischen Musikbund
– Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Fränkische Volksmusik
– Träger der Silbernen Medaille am weiß-blauen Band des NBMB für 50 Jahre gelebte Musiktradition